Reisestart durch Costa Rica in San Jose

Im Oktober / November 2015 führte uns unser Urlaub nach Costa Rica, wo wir eine zweiwöchige geführte Autotour unternommen haben. Mit eingeschlossen war ein deutschsprachiger Reiseleiter, der auch gleichzeitig unsere Fahrer war. Im nachhinein sind wir froh darüber, denn der Reiseleiter konnte uns mehr vermitteln, als wenn wir alleine gereist wären. Durch seine Fachbücher über die Tier- und Pflanzenwelt erklärte Carlos uns gleich was wir gesehen haben. Die Rundreise wurde von einem Deutschen Reisebüro angeboten, der örtliche Reiseveranstalter war dann Carlos unser Ansprechpartner und Reiseleiter.

Hier wollen wir nun einen kurzen Ablauf unsere Tour wiedergeben und auf den folgenden Seiten stehen viele Costa Rica Bilder, die auch vergrößert werden können, zur Ansicht bereit.  Erst sehr spät sind wir in SAN JOSE, der Hauptstadt von Costa Rica angekommen. Am Flughafen empfing uns dann der Reiseleiter (Carlos) und nach einer kurzen Vorstellung brachte er uns ins Hotel Britannia, wo wir müde ins Bett fielen. Bis 1824 war San Jose noch ein unbedeutendes Dorf und heute ist dies eine pulsierende Stadt mit über 345.000 Einwohner. Juan Mora Fernández als erstes gewähltes Staatsoberhaupt beschloss 1824 den Regierungssitz von der alten spanischen Hauptstadt Cartago nach San Jose zu verlegen.

Am nächsten Tag machten wir drei uns zu einen Stadtbummel auf. Das Zentrum der Stadt ist der Plaza de la Cultura, wo sich neben dem Nationaltheater auch das alte Grand Hotel befindet. Das Nationaltheater ist wohl das prachtvollste Gebäude der Stadt, wenn nicht sogar des Landes. Das Theater wurde im 19. Jh. von Kaffeebaronen finanziert und ist der Pariser Oper nachempfunden.

Unter der Plaza de la Cultura lagert mehrere Stockwerke tief und mit gewaltigen Stahltüren gesichert der größte Schatz des Landes – das Goldmuseum. Über 2000 Goldartefakte die von den Indianervölkern gefertigt wurden, zählen besonders die kleinen Figuren, halb Mensch, halb Tier zu den Höhepunkten. Das Museum gehört der Bank von Costa Rica und beherbergt auch die nationale Münzsammlung. Sehenswert war auch das Jademuseum, welches sich im 11. Stock des nationalen Versicherungsinstituts INS befindet. Neben den fein bearbeiteten Jadestücken, meistens Anhänger, sind auch Steinmetz- und Keramikkunst zu bewundern.

Tortuguero Nationalpark mit unzähligen Lagunen

Das erste Etappenziel war der TORTUGUERO NATIONALPARK an der Karibikküste. Es war nicht ganz einfach dorthin zukommen. Nach einer über 3-stündigen Autofahrt, die letzten 90 Minuten auf einer Schotterpiste vorbei an riesigen Bananenplantagen erreichten wir eine Anlegestelle. Es folgten noch einmal 90 Minuten mit dem Boot durch die Kanäle des Tortuguero-Flusses. Dann endlich erreichten wir unsere Lodge (Pachira Lodge) mitten im tropischen Regenwald auf einer kleinen Insel. Der Nationalpark zählt zu den attraktivsten des Landes und ist trotz der nicht leichten Anreise stark besucht. Nur mit dem Boot oder dem Flugzeug ist dieser knapp 19.000 ha große Nationalpark mit seinen unzähligen Lagunen und Kanälen erreichbar.

Da noch Zeit war, setzten wir mit dem Boot von der Lodge zu einer schmalen Landzunge am Atlantik über, auf der sich auch die Ort Tortuguero befindet. Hier an der Atlantikküste kommen die Meeresschildkröten zur Eiablage. Der Name Tortuguero kommt von tortuga (Schildkröte) und hier im Nationalpark am 36 km langen Küstenabschnitt befindet sich die wichtigste Brutstelle der grünen Meeresschildkröte in der Karibik. Die beste Zeit zur Beobachtung sind die Monate zwischen Juli und September.

Am nächsten Morgen, noch vor dem Frühstück unternahmen wir eine Bootstour. Eigentlich hatten wir uns den Wecker gestellt, aber die zahlreichen Brüllaffen in der Umgebung weckten uns in der Morgendämmerung rechtzeitig. Bei der 2-stündigen Fahrt durch die Kanäle konnten wir vor allem etliche Reiher und andere Wasservögel sehen.

Allein 300 Vogelarten sind hier im Park heimisch. Die meisten von ihnen, so z.B. Tukane und Sittiche sind nur mit dem Fernglas zu sehen. Aber Brüllaffen, Leguane, Flussschildkröten und einen Kaiman konnten wir aus der Nähe beobachten.

Karibikbadeort Cahuita an der südlichen Karibikküste

Nach dem Frühstück blieb nicht mehr viel Zeit, denn noch heute müssen wir entlang der Küste bis nach CAHUITA kommen. Ohne größere Pausen erreichten wir noch bei Tageslicht das kleine Städtchen an der südlichen Karibikküste und bezogen unser einfaches Quartier für eine Nacht in der Atlantida Lodge.
Cahuita ist weit davon entfernt ein entwickelter Touristenort zu sein, dennoch rangiert er ganz oben in der in der Liste der Karibikbadeorte. Lässiger Lebensstil, Reggaemusik und bunt angemalte Holzhäuser erinnert an jamaikanischem Flair.
Bekannt ist Cahuita vor allem wegen sein Nationalpark, der mit Regenwald und Mangroven bewachsen ist. Dieser zweitälteste Nationalpark des Landes wurde zum Schutz des Korallenriffs gegründet, welches sich 500m ins Meer hinaus erstreckt. Ein insgesamt 7 km langer Wanderweg verläuft immer in Meernähe um die dortige Halbinsel.

Durch ein Erdbeben im April 1991 erlitt das Korallenriff große Schäden. Während dieser Katastrophe wurden alle Einrichtungen des Parks zerstört, stürzten Bäume um und ein Teil der Küste stieg über Meeresspiegel und tötete so eine Menge der Koralle. Dennoch sind am Riff über 30 verschiedene Korallenarten anzutreffen.

Auf Grund des fehlenden Süßwassers ist die Artenvielfalt in diesen kleinen Park zwar eingeschränkt, dennoch sind mit etwas Glück TUKAN, Faultiere, Affen oder andere interessante Tiere zu beobachten. Das Highlight war die Beobachtung eines Tukanpärchens unterwegs, welches sogar unseren Reiseleiter in erstaunen versetzte, denn in den ganzen Jahren als Reisebegleiter hat er hier noch nie einen Tukan gesehen.

In den Sümpfen des Parks haben Leguane, blaue Krabben sowie verschiedene Vogelarten, wie der Ibis, der blaue Reiher oder Fregattvögel eine Heimat gefunden. Von der Karibikküste setzten wir unsere Tour fort. In Turrialba haben wir eine Zwischenübernachtung einlegten. Zuvor unternahmen wir noch einen längeren Stopp in Puerto Limon, dem Geburtsort unseres Reiseleiters Carlos. Puerto Limon ist die größte und wichtigste Hafenstadt Costa Ricas. Leider erzählte Carlos uns auch, dass sein Heimatort mittlerweile die kriminellsten Stadt des Landes geworden ist.

Rotrücken Totenkopfäffchen im Manuel Antonio Nationalpark

Nach der Zwischenübernachtung in Turrialba wollten wir eigentlich zum Vulkan Irazu. Am Eingang des Parks riet man uns von der Weiterfahrt zum Kraterrand ab, da der Vulkan vollkommen im Nebel eingehüllt ist und wir würden nichts sehen würden. Carlos hat uns ja schon auf der Fahrt dorthin vorgewarnt und nur auf unser Bitten brachte er uns zum Eingang. Wir nahmen den Rat des örtlichen Personals an und kehrten um.

So fuhren wir nun direkt zur Pazifikküste zum MANUEL ANTONIO NATIONALPARK ins Hotel Espadilla. Am nächsten Tag nutzten wir den Vormittag für eine Wanderung durch den Nationalpark und hatten dabei Glück, die kleinste Affenart des Landes zu beobachten. Leider sind die Rotrücken-Totenkopfäffchen vom Aussterben bedroht und dieser Park ist eines der letzten Rückzugsgebiete. Weiterhin sahen wir ein Zweifingerfaultier und Kapuzineraffen. Dieser Park zählt zu den kleinsten und beliebtesten Costa Ricas. Leider habe sich nicht immer alle umweltbewusst verhalten und daher wurde um weiteren Schaden von der Natur abzuwenden, die Besucherzahl auf 600 bzw. 800 (Wochenende) Besucher beschränkt. Wer beim füttern der Tiere erwischt wird, muss den Park sofort verlassen. Montags bleibt der Park wegen den Aufräum Arbeiten vom Wochenende geschlossen.

Wegen seiner geringen Größe und den verschiedenen Wanderwege eignet sich der Park daher gut zur Tierbeobachtung. Am Nachmittag war baden im Pazifik angesagt und wir sonnten uns gemeinsam mit Leguane am Playa Manuel Antonio. Der Playa Manuel Antonio ist einer von drei Stränden und bestand aus herrlichen weißen Sand, mit Dschungel auf der einen und dem Ozean auf der anderen Seite. Naturgemäß gibt es hier auch Ebbe und Flut und so wurde der zu Anfang breite Strand immer schmaler.

Reiseerlebnis am Vulkan Arenal

Nach einer weiteren Nacht im Hotel Espadilla machten uns am nächsten Tag auf dem Weg zum Vulkan Arenal. Soviel Pech wir am Irazu hatten, soviel Glück hatten wir nun hier am VULKAN ARENAL. Es gibt nur wenige Tage und Nächte, an denen sich der Vulkan nicht hinter Wolken verborgen hält. Auch wenn nur für kurze Zeit, konnten wir den Gipfel und die Rauchsäule des immer noch aktiven Vulkans sehen.

Der Nationalpark am Fuße des Vulkans wurde erst 1991 gegründet und vier Jahre später noch einmal erweitert. Ein etwa 2 km langer Wanderweg brachte uns zu den Lavaströmen des verhängnisvollen Ausbruchs von 1968, als
78 Menschen den Tod fanden. Mit etwas Glück bekommt man die hier lebenden Tiere (u.a. Jaguar, Tapir, Faultier, Nasenbär) auf der Wanderung zusehen. Wir begegneten einige Nasenbären.

Zum Abendessen fuhren wir ins Tabacon-Resort. Hier befinden sich in einer herrlichen Gartenlandschaft mit Wasserfällen die Thermalquellen von Tabacon. Der Arenal bringt das heilwirksame Wasser auf die ideale Temperatur. Wäre nicht die Wolken um den Gipfel gewesen, so hätten wir die rotglühende Lava gesehen.

Naturschutz in Costa Rica im privaten Monteverde Reservat

Die nächste Etappe führte uns zum MONTEVERDE RESERVAT nach Santa Elena, wo wir in der Finca Valverde’s übernachteten. Monteverde ist ein 10.000 ha großes Privatreservat welches durch die von der Karibik aufsteigenden Regenwolken kühl und feucht gehalten wird und somit für eine enorme Artenvielfalt und einzigartige Vegetation gesorgt hat. Um die Pflanzen und Tiere besser zu schützen, wurde die Besucherzahl eingeschränkt. Maximal 120 dürfen gleichzeitig hinein, da nur ein kleiner Teil des riesigen Reservates von Touristen besucht werden kann. Die Region des nebelverhangenen Hochwaldes ist die Heimat von 400 Vogelarten, 490 Schmetterlings Arten, 100 verschiedener Säugetieren und ca. 2500 Pflanzenarten. Die meisten Säugetiere, wie z.B. Puma, Ozelot, Makibär und Tapir leben vorwiegend in abgelegenen und unzugänglichen Teilen des Reservats.

Hier im Reservat des Nebelwaldes Monteverde wollten wir nicht nur einfach durch den Wald laufen, sondern haben uns für die Top-Attraktion in dieser Region entschieden, den Skywalk. Auf einem 2 km langen Rundweg überquerten wir fünf Hängebrücken, die bis zu 42m über den Urwaldboden schweben. Eine etwas wacklige Angelegenheit, für welche wir ca. 2 Stunden brauchten. Viele Tiere bekamen wir zwar nicht zusehen, aber die Wanderung zwischen den Baumkronen war dennoch ein Erlebnis. Zumal der Wettergott ein einsehen mit uns hatte und den Regen erst nach Beendigung unserer Wanderung einsetzten ließ. Am Informationscenter des Skywalks konnten wir Kolibris beobachten, die sich an den hier speziell für sie aufgehängten Nektar erfreuten.

Bootsfahrt auf dem Fluss Corobici

Auf den Weg vom Monteverde Reservat nach Liberia kamen wir am Fluss COROBICI vorbei. Hier am Fluss machten wir halt und unternahmen eine Bootstour. Diese war eigentlich nicht im Programm mit enthalten, aber wir waren Dankbar für diese Überraschung vom Reiseleiter.
Der Corobici ist der ruhigste Rafting-Fluss Costa Ricas, wo wir während der zweistündigen Fahrt etliche Tiere beobachten und fotografieren konnten. Die Highlights waren die Leguane mit einer Länge von 1,5 bis 2 Metern. Am Ufer warteten auch einige Krokodile darauf, dass wir kenterten. 😉

Nach dieser fast zweistündigen Bootsfahrt setzten wir unsere Reise fort. Aber schon bei der Abfahrt gab es Probleme mit dem Wagen und in Liberia mussten wir dann eine Werkstatt aufsuchen. Während unser Guide in der Werkstatt blieb, machten wir uns auf um einen Imbiss zu finden. Nach einer mehrstündigen Reparatur konnten wir noch vor Einbruch der Abenddämmerung die Fahrt zum Rincon de la Vieja Nationalpark fortsetzen.

Nationalpark Rincon de La Vieja

Nach der Bootsfahrt setzten wir die Reise zum Nationalpark RINCON DE LA VIEJA fort und kamen auf Grund einer Autopanne erst spät in der Lodge Rincon de la Vieja an. Der Nationalpark ist nach dem gleichnamigen aktiven Vulkan Rincon de la Vieja benannt und zählt zu den vielseitigsten Parks des Landes. Vier verschiedene Ökosysteme sind hier vorhanden. So unter anderem vom feuchten Regenwald im Nordosten bis hin zum Trockenwald im Süden. Zahlreiche Wanderwege führen in die verschiedenen Gebiete.

Frisch und munter unternahmen wir am nächsten Tag eine Wanderung durch den Las Pailas Sektor. Der Rundweg von 2.8 km führte durch den tropischen Trockenwald vorbei an heiße Quellen, brodelnde Schlammlöcher, Schwefelseen und Geysire. Bevor wir das alles sehen konnten, mussten wir erst eine kleine Hängebrücke überqueren. Kurze Zeit später kamen wir zu einem kleinen Wasserfall, der aber nur in der Regenzeit ausreichend Wasser hat. Der Rundgang war etwas beschwerlich, daher brauchten wir über 2 Stunden für diese Reise.

Tamarindo an der Pazifikküste von Costa Rica

Gegen Mittag machten wir uns dann zum letzten Etappenziel auf und fuhren nach TAMARINDO an der Pazifikküste, wo wir die letzten Tage verbrachten. Hier angekommen verabschiedeten und bedankten wir uns bei Carlos, der ein hervorragender Reiseführer war.
Der Ort Tamarindo ist besonders bei Surfern angesagt und daher kann man fast überall Surf Bretter mieten. Neben zahlreichen Hotels verfügt der Ort auch über viele gute Restaurants verschiedener Preisklassen und Kneipen damit das Nachtleben nicht zu kurz kommt.

Direkt am Ozean lag das Ferienhotel Tamarindo Diria. Am Tage haben wir Strandwanderungen unternommen oder uns faul in die Sonne gelegt. Einer dieser Spaziergänge führt uns zum Play Grande, der bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Dieser Strand ist ein wichtiger Brutplatz der Lederschildkröten. Auf dem Urlaubsbild könnt ihr sehen wie einsam die Strände dort sind.

Von Tamarindo fuhren wir dann mit einem Sammeltaxi nach San Jose zurück, wo wir noch einmal einen weiteren Tag zur Verfügung hatten und diesen für eine Besichtigungstour durch das Goldmuseum nutzten.